Schadenskompatibilität
Definition
Die Schadenskompatibilität beschreibt die Übereinstimmung zwischen dem geschilderten Unfallhergang und dem festgestellten Schadensbild am Fahrzeug.
Erklärung
Die Schadenskompatibilitätsprüfung ist ein zentrales Instrument des KFZ-Sachverständigen, um festzustellen, ob die am Fahrzeug festgestellten Schäden tatsächlich durch den geschilderten Unfall verursacht worden sein können. Diese Prüfung ist besonders wichtig bei der Abgrenzung von Vorschäden und Neuschäden.
Prüfungsmethoden:
Anstoßwinkel-Analyse: Der Sachverständige prüft, ob die Deformationsrichtung mit dem geschilderten Unfallhergang übereinstimmt. Ein Heckaufprall erzeugt andere Deformationsmuster als ein seitlicher Anstoß.
Krafteinwirkungsanalyse: Die Intensität der Beschädigungen muss zur geschilderten Kollisionsgeschwindigkeit passen. Leichte Parkrempler verursachen andere Schäden als Auffahrunfälle bei höherer Geschwindigkeit.
Lackschichtdickenmessung: Erhöhte Lackschichtdicken deuten auf eine frühere Reparatur (Nachlackierung) hin. Der Sachverständige misst die Lackschichtdicke an verschiedenen Stellen und vergleicht mit den Werksstandards.
Korrosionsanalyse: Rost an Bruchkanten oder Deformationen deutet auf ältere Schäden hin, da Korrosion Zeit benötigt.
Die Schadenskompatibilitätsprüfung wird sowohl bei der Erstbegutachtung als auch bei der Nachbegutachtung durch den Versicherer-Sachverständigen eingesetzt. Bei strittigen Fällen kann sie den Ausschlag geben, ob ein Schaden als Neuschaden oder Vorschaden eingestuft wird.
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