> Stell Ihnen vor, Sie haben einen Unfall. Ein anderes Auto kracht in Ihres und fährt einfach weiter. Sie sind verletzt, Ihr Fahrzeug ist Schrott – und der Schuldige ist über alle Berge. Keine Zeugen, keine Nummer, nichts. Ein Albtraum, oder? Was heute undenkbar ist, war Anfang des 20. Jahrhunderts bittere Realität auf Deutschlands Straßen. Doch dann kam das Jahr 1906 und eine kleine Revolution auf Blechschildern. ## Chaos auf den Straßen des Kaiserreichs Die ersten Automobile waren eine Sensation, aber auch eine Gefahr. Sie waren laut, schnell und ihre Fahrer oft rücksichtslos. Kam es zu einem Unfall mit Fahrerflucht, hatten die Opfer kaum eine Chance. Ohne eine Möglichkeit, das Fahrzeug zu identifizieren, verliefen Anzeigen im Sande. Die Polizei war machtlos, die Unfallregulierung ein Glücksspiel. Die Straßen waren ein rechtsfreier Raum, in dem der Stärkere – oder Schnellere – einfach davonkam. ## Die Wende: Preußen macht ernst Dem Chaos ein Ende zu bereiten, war das Ziel des Bundesrates, der am 3. Mai 1906 die reichsweite Einführung von Kfz-Kennzeichen beschloss. Preußen, als größter deutscher Bundesstaat, zog mit der "Verordnung, betreffend den Verkehr mit Kraftfahrzeugen" vom 15. September 1906 nach. Plötzlich musste jedes Automobil ein amtliches Kennzeichen tragen. Für Preußen war dies die römische Ziffer "I", gefolgt von einem Buchstaben für die Provinz und einer fortlaufenden Nummer. Ein einfaches, aber geniales System. ## Vom Blechschild zur Gerechtigkeit Diese Neuerung war weit mehr als nur Bürokratie. Sie war ein Meilenstein für die Verkehrssicherheit und die Unfallregulierung. Endlich konnten Fahrzeughalter eindeutig identifiziert werden. Bei einem Unfall genügte es nun, sich das Kennzeichen zu merken. Die Polizei konnte den Halter ermitteln und zur Verantwortung ziehen. Die Anonymität der Autofahrer war vorbei. Das Kennzeichen wurde zum sichtbaren Zeichen der Haftung und legte den Grundstein für eine geordnete Schadensregulierung, wie wir sie heute kennen. ## Warum das heute noch wichtig ist Auch über 100 Jahre später ist das Kennzeichen das zentrale Element bei der Aufklärung von Verkehrsunfällen. Es ermöglicht eine schnelle und unkomplizierte Abwicklung von Schäden über die Kfz-Haftpflichtversicherung. Ohne diese Erfindung aus der Kaiserzeit wäre der heutige Straßenverkehr mit Millionen von Fahrzeugen undenkbar. Es erinnert uns daran, dass jeder Fahrer für sein Handeln verantwortlich ist. ## Ihr Tipp von den Unfallgiganten Auch wenn die Unfallregulierung heute viel einfacher ist als 1906, ist es nach einem Unfall entscheidend, sofort das Kennzeichen des Unfallgegners zu notieren. Mach am besten direkt ein Foto mit Ihrem Handy. So haben Sie alle wichtigen Daten sicher erfasst und können Ihre Ansprüche problemlos geltend machen. Sie hatten einen Unfall? Auf unfallwiki.de finden Sie alles, was Sie jetzt wissen müssen – schnell, einfach und verständlich.
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1906: Das erste Pflicht-Kennzeichen – Wie Preußen die Unfallregulierung revolutionierte
Fahrerflucht war einst ein Kavaliersdelikt. Erfahren Sie, wie Preußen 1906 mit der Einführung des Kfz-Kennzeichens die Unfallregulierung für immer veränderte.
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